Oberstufenzentren werden nötig

Die Welle von Gesamtschulgründungen seit dem „Schulfrieden“ in NRW führte in weiten Teilen des Landes zu einem nicht mehr dreigliedrigen, sondern jetzt zweigliedrigen System aus einem fortbestehenden Gymnasium und einer Gesamtschule, beide Schulformen mit Oberstufe. In vielen Kommunen geht jetzt der erste, teils bereits der zweite Jahrgang dieser neuen Schulen in die Oberstufe. Oder eben auch nicht, oder in zu geringer Zahl. Die Zahl der Kommunen, die wir betreuen, steigt, in denen die Oberstufen der Gesamtschulen in Klasse 11 nicht ausreichend Schülerinnen und Schüler aufweisen. Die Untergrenze liegt bei 42, wird aber in einigen Gesamtschulen bereits nicht mehr eingehalten.

Die Gesamtschulen in Sekundarschulen zurückzubauen, ist keine Lösung, denn die Sekundarschulen haben keine Akzeptanz bei den Eltern, wie wir aus vielen SEP-Projekten wissen. Genauso wenig kann es eine Lösung sein, die Mindestschülerzahl zu senken, da das eine zu geringe Wahlmöglichkeit an Fächern und eine zu geringe Menge an Lehrkräften mit Oberstufenqualifikation mit sich brächte und damit einen Qualitätsverlust bedeuten würde.

Es ist jetzt dringend geboten, über andere Lösungen nachzudenken und da liegt die Kooperation über Schulformgrenzen für eine vernünftige und vielfältige Oberstufe auf der Hand. Das Konzept gibt es, es heißt im Ausbau Oberstufenzentrum. Auf dem Weg dorthin ist eine intensive und qualitätsvolle Oberstufenkooperation eine gute Übergangslösung.  Der Weg wird noch viel zu langsam und zu selten beschritten, es ist aber dringend an der Zeit, diese Kooperationsstrukturen zu entwickeln, rechtlich zu flankieren und in der Schulentwicklung zu verankern. Auch die Berufskollegs bieten das Vollabitur an und leiden an sinkenden Schülerzahlen – die Kooperation kann und sollte also, je nach Lage vor Ort, unbedingt auch die BKs einbeziehen, die unter anderem über ausreichend Lehrpersonal für die Oberstufe verfügen.

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