Smart Cities und digitale Stadt

von Ulrike Lexis //  Dies ist ein kurzer Hinweis auf ein interessantes Bundesprogramm zur Digitalisierung, das zwar Schulverwaltungen derzeit eher indirekt betrifft, das aber Auswirkungen haben kann (und verknüpft sein muss) auf alle Verwaltungen und alle Ämter, weil es einen sehr umfassenden Anspruch hat. Smart Cities verpflichten sich zu einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung und nutzen dafür die „neuen“ Technologien, „um auf der Basis von integrierten Entwicklungskonzepten kommunale Infrastrukturen, wie beispielsweise Energie, Gebäude, Verkehr, Wasser und Abwasser zu verknüpfen.“ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/bauen/wohnen/smart-city-charta-kurzfassung-de-und-en.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Der Brachenverband Bitkom hatte einen ersten Städtewettbewerb namens „digitale Stadt“ bereits 2016 gestartet, Finalisten waren Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg. Er stellt auf seiner Seite zur digitalen Stadt das Bildungswesen (Stichworte Virtuelle Lernumgebung, digitales Klassenzimmer, Classroom Management etc.) gleich als erstes Handlungsfeld dar, anders als die Fördergeber von „Smart Cities“ im Bund.
Derzeit geht es bei „Smart Cities“ in den beteiligten Städten noch um Zielfindung, Strategien und den Aufbau von Strukturen, adressiert werden die kommunalen Infrastrukturen (ohne Schulwesen). NRW-Städte sind überproportional bei den Teilnehmern vertreten.

Quelle: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/50-deutsche-Staedte-sind-auf-dem-Weg-zur-Smart-City#item-4467–2

Interessant ist aus meiner Sicht, dass die Bürger derzeit v.a. mit privater smarter Technologie zuhause oder im Betrieb direkt zu tun haben. Staatliches oder kommunales Handeln in Sachen Digitalisierung erfuhren Menschen nur in geringem Maße über die Möglichkeiten, öffentliche Dienstleistungen online abzurufen. Seit dem COVID19 Ausbruch im März sind nun v.a. Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen direkt von mehr oder weniger smart gemachter Digitalisierung – über den Digitalpakt (und Logineo) und seine mehr oder weniger gute Umsetzung vor Ort – betroffen und abhängig von ihrem Funktionieren. D.h. in meinen Augen kann das Schulwesen der erste Berührungspunkt der Bürger mit öffentlich zur Verfügung gestellter Digitalisierung sein, auch wenn es im Bundesprogramm gar nicht mitgedacht ist. Die Qualität der Umsetzung des Digitalpakts entscheidet – you never get a second chance for a first impression – über den ersten, entscheidenden Eindruck bei den Bürgern, ob sie wahrnehmen, dass ihre Kommune es kann oder eben nicht.

Damit die Digitalisierung an Schulen gelingen kann, bedarf es des intensiven Engagements vieler Akteure. Das Land muss die Schulträger finanziell in die Lage versetzen, für die nötige Infrastruktur zu sorgen. Breitbandausbau, WLAN und Hard- und Software für jeden Schüler (unabhängig vom Einkommen der Eltern) sind weitere Voraussetzungen. Es bedarf williger und gut geschulter (und fortgebildeter!) Lehrer, die ein Mindestmaß an technischem Knowhow sowie die Zeit und den Willen haben, sich mit den neuen didaktischen Möglichkeiten der digitalen Hilfsmittel auseinander zu setzen und diese, dort, wo sie zu ihrem Unterricht passen, auch einsetzen. Die pädagogischen Rahmenbedingungen (und ggf. die Prüfungen) müssen dann konzeptionell angepasst werden, mindestens landes- besser bundesweit einheitlich. All dies wird weiterhin viel Geld kosten. Die Gießkanne hilft dann nicht mehr, sondern die Digitalisierung benötigt einen Masterplan, der zentral -auch mit Blick auf die Regionen – immer wieder nachgesteuert wird.

Wir freuen uns sehr, dass unser Webauftritt von einer Firma gestaltet wird, deren Inhaberin bei der Stadt Gütersloh an verantwortungsvoller Stelle die Umsetzung der Digitalstrategie der Stadt mit entwickelt. https://causemann-medienservice.de/

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