Im Dickicht des Beschaffungswesens

Christian Junge verschafft einen Überblick // Durch die Corona Situation wächst der Druck auf die Schulträger, Beschaffungen (im Rahmen des Digitalpaktes) schnell und rechtskonform durchzuführen.

Der bisher schleppend angelaufene Mittelabfluss aus dem Digitalpakt möge ein Hinweis darauf sein, dass Beschaffungen viel Zeit und personelle Ressourcen in Anspruch nehmen und die versprochene digitale Infrastruktur sich deshalb verzögert. Dies steht im Gegensatz zu der hohen Erwartungshaltung, die Sofortprogramme erzeugen.

Wir sind derzeit häufig mit Fragen konfrontiert, die eine große Unsicherheit bei der Verwendung von Begrifflichkeiten im Beschaffungskontext offenbaren. Eine grobe Einordnung von gebräuchlichen Beschaffungsarten mag helfen.

  • Preisabfrage: Es werden z. B. 3 bis 5 Angebote von relevanten Anbietern eingeholt. Der günstigste Anbieter bekommt den Auftrag. Bei öffentlichen Auftraggebern nur bedingt möglich.
  • Typische Verfahrensarten öffentlicher Auftraggeber.
  • öffentliche Ausschreibung (oberhalb der EU-Schwellenwerte offenes Verfahren): Auftraggeber fordert eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen zur Abgabe von Angeboten auf.
  • beschränkte Ausschreibung (oberhalb der EU-Schwellenwerte nicht offenes Verfahren): Auftraggeber fordert nur bestimmte Unternehmen zur Abgabe von Angeboten auf. Die Vorauswahl findet ggf. durch einen Teilnahmewettbewerb statt.
  • Teilnahmewettbewerb: Vorauswahl der Bieter anhand objektiver, transparenter, nicht diskriminierender Kriterien.
  • Verhandlungsvergabe (oberhalb der EU-Schwellenwerte Verhandlungsverfahren): Lässt u. a. Verhandlungen über die Auftragsbedingungen und Preise mit den Bietern zu.
  • Freihändige Vergabe (unterhalb der Schwellenwerte) Auftraggeber wenden sich die mit oder auch ohne Teilnahmewettbewerb grundsätzlich an mehrere ausgewählte Unternehmen, um mit einem oder mehreren über die Auftragsbedingungen zu verhandeln und zur Angebotsabgabe aufzufordern.

Die hier aufgeführten Verfahrensarten stellen nur das grobe Gerüst der möglichen Ausschreibungsvarianten bei Beschaffungsmaßnahmen dar. Die Auswahl einer pädagogisch sinnvollen Ausstattung sollte aber im Rahmen des Digitalpaktes im Vordergrund stehen.

Bild: tempotempotempo auf pixabay

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Christian Junge
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