Fachtagung 2017

Schule als Abbild der Gesellschaft

Die Gesellschaft ist gespalten, die Lage in den einzelnen Kommunen fällt auch bei unserem Thema Infrastruktur immer stärker auseinander - Qualität bis hin zur Verschwendung öffentlicher Mittel hier - beschämend ärmliche Zustände dort. Die Spaltung der Gesellschaft zeigt sich in der Qualität von Schulen und Kitas. Man sieht, wenn man durch Schulen geht z.B. mehrere seit Jahren unausgepackte Kisten von mittlerweile veralteter EDV, Ganztagsräume im maroden Keller einer Grundschule quasi ohne Ausstattung und tags drauf ein brandneues Selbstlernzentrum, das „aus Mangel an Aufsichtskräften“ nur in den beiden großen Pausen geöffnet ist.

Die Infrastruktur ist in vielen Kommunen zwar in einem dermaßen schlechten Zustand, dass einfaches „Weiter so“ nicht mehr funktioniert.  Die Finanzlagen von Bund, Ländern und Kommunen erlauben nun endlich ein Gegensteuern, das hoffentlich zur Rettung der Gebäude nicht zu spät kommt und zur Behebung des Investitionsstaus ausreichend ist. Andererseits ist die Bautätigkeit nicht auf jede Herausforderung die richtige Antwort, manchmal ist es eher die Ausstattung oder die Personaldecke, die verbessert werden muss. Dies gilt manchmal für den Themenkomplex Ganztag. 

Beim Ganztag bestimmt das Angebot die Nachfrage – vorhandene Plätze werden voll genutzt. Ist der Ganztag die Antwort auf die 24-Stunden-Gesellschaft? Welcher Ganztag ist für das Kind das Beste? Brauchen wir 24-Stunden Kitas, wie es sie z.T. schon gibt? Wie entwickelt sich der Ganztag im ländlichen Raum? Ist mehr Fläche immer die richtige Antwort?

Leider gilt, wenn ein Förderprogramm da ist; heißt die Antwort immer: „bauen“. Weiteres Nachdenken scheint  sich daher oft zu erübrigen.

Wir diskutieren, damit das nicht zu kurz kommt: Für welche Bedarfe, für welche Kinder, für welchen Ganztag, für welche Pädagogik sollen die neuen oder umgebauten Schulen und Kitas denn passen? Bauen wir neu, bauen und nutzen wir um oder sortieren und strukturieren wir neu? Was können wir mit Ausstattung erreichen? Wie finden wir Architekten, die wissen, was sie tun und Schule verstehen? 

Bau, Umbau und Ausbau von Schulen

Von der pädagogischen Idee zum Funktionalen Raumkonzept, zur Entwurfsplanung und Kostenschätzung, bis zur Ausschreibung und zum Bauen.

Susanne Leßing, Architekturbüro Kersting + Gallhoff, Duisburg

Moderation: Dr. Detlef Garbe

OGS

Teil I: Kostenvergleich zwischen den Kommunen

Teil II: Flächenanspruch und Raumkonzepte

Wibke Evert, Frank Lohse von Lindner/Lohse Architekten

Moderation Ulrike Lexis und Petra von Berlepsch

IT-Infrastruktur

Ausbau der IT-Infrastruktur in Schulen

Arbeitspakete, Verfahren, Dialogformen

Anke Heinemann, Medienzentrum Wuppertal 
Markus Eschweiler, Schulamt Remscheid

Moderation Wolfgang Richter und Dr. Detlef Garbe